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Erläuterungen

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Was ist ein DOJO?

Traditionell stellt ein Dojo im japanischen Buddhismus den Ort der intensiven Übung des Weges (jap. Do) in Form von Meditation, Rezitationen, Gesängen und anderen Religionspraktiken dar. Im Zuge der Entwicklung des Budo wurde in Japan dieser Begriff auch für den Ort benutzt, an dem Kampfkünste geübt und trainiert werden.

Vielleicht kann man das Dojo auch als den „Tempel“ der Meditation und des Budo bezeichnen. Jedoch ist das Dojo nicht unbedingt an einen bestimmten festgelegten Ort oder Raum gebunden. Der Raum eines Dojos entsteht überall da, wo intensiv und ernsthaft meditiert oder Budo geübt wird.

Das Shomen kennzeichnet die „Stirnseite“ des Dojos an der sich meist ein Symbol oder ein Bild des Begründers (geistiges „Oberhaupt“) einer Religion, Kampfkunst oder Schule befindet.

Was ist BUDO?

Budo bezeichnet die gemeinsamen Grundprinzipien im Denken und Handeln der japanischen Kampfkünste. Vereinfacht übersetzen könnte man Budo auch als „den Weg des Krieges“. Im Budo steht nicht der Kampf als solcher, sondern die geistige Entwicklung, Reifung in ethischer und moralischer Hinsicht und persönliche Erkenntnis im Vordergrund.

Das Bujutsu umfasst das Üben und die Ausführung der Techniken der japanischen Kampfkünste, vor allem unter dem Aspekt des realistischen Angriffes und der Selbstverteidigung und stellt die technische Grundlage des Budo dar.

Bushido beschreibt „den Weg des Kriegers (jap. Bushi)“ und war als Ehrenkodex der Samurai Grundlage deren Handelns, z.B. absolute Treue und Gehorsam zum feudalen Oberhaupt, Strenge und Härte zu sich selbst und den Untergebenen, usw..

Warum gibt es eine Dojo-Ordnung (= Dojo-Etikette)?

Die Dojo-Ordnung ist so etwas wie eine Hausordnung und Arbeitsschutzbelehrung in einem, deren Einhaltung das gemeinsame und erfolgreiche Üben und Praktizieren ermöglichen soll. Sie dient nicht in erster Linie der Stärkung der Autorität des Lehrers, sondern der Schulung von Aufmerksamkeit und Bewusstheit eines Budoka.

Die Dojo-Etikette gelten an jedem Ort, an dem japanische Kampfkünste geübt und praktiziert werden, auch wenn keine derartige schriftliche Anordnung existiert.

Dojo-Ordnungen in verschiedenen Dojos können sich in bestimmten Aspekten durchaus unterscheiden. Aber die Grundregeln der Höflichkeit und des Respekts gelten überall. Man sollte sie auch im Umgang mit nicht japanischen Kampfkünsten und im täglichen Leben anwenden.

Ergänzungen zur Dojo-Ordnung des Budo Rostock e.V.:

  1. Das Dojo des Budo Rostock e.V. stellt die Sporthalle der Schule dar. Flur und Umkleideräume sollten allerdings auch vom Geist des Budo erfüllt sein.
  2. Die rechtzeitige Ankunft am Dojo etwa 20 Minuten vor Beginn des Trainings soll Zeit zum Umziehen, Gesprächen und „Small-Talk“ geben. Das zügige Mattenaufbauen erfolgt spätestens ab Beginn der offiziellen Trainingszeit und soll den rechtzeitigen Beginn und damit auch das pünktliche Ende des eigentlichen Trainings gewährleisten. Das Angrüßen zum Training sollte spätesten 15 Minuten nach dem offiziellen Trainingsbeginn erfolge.
  3. Das gemeinsame Mattenabbauen sowie das Zusammenlegen des Hakama erfolgen nach dem offiziellen Trainingsende. Das Zusammenlegen des Hakama sollte möglichst rasch erfolgen. Wer sich etwas mehr Zeit dafür gönnen möchte, sollte dies nach dem gemeinsamen Mattenabbauen auf zwei Tatamis oder zu Hause tun.
  4. Die Verbeugungen zu den in der Dojo-Ordnung beschriebenen Zeitpunkten sollen nicht geistlos und nur formal erfolgen. In der Verbeugung im Dojo und vor den Übungspartnern drückt sich innere Demut, Respekt und Achtung aber auch Dank, Anteilnahme und Bestätigung, etwas verstanden zu haben, aus. In der Verbeugung stecken noch viele andere Aspekte, die jeder für sich selbst entdecken und erfühlen kann.
  5. Friedfertigkeit im Dojo sollte die geistige Grundhaltung jedes Budoka sein. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass mit jeder Verbeugung im Dojo das Versprechen gegeben wird, den oder die Partner nicht fahrlässig oder gar mutwillig körperlich oder geistig zu verletzten.
  6. Das Bemühen um faires und einfühlsames Verhalten ist essentiell für gemeinsame Erfahrungen und Erkenntnisse im Dojo. Meinungsverschiedenheiten, Stimmungsschwankungen oder sonstige Befindlichkeiten sollten sich nicht in der Technik widerspiegeln.
  7. Praktisches Üben ist die Grundlage für das Erlernen von Kampfkünsten. Daher sollte das Üben und Praktizieren zu mehr als 80% der Zeit wortlos erfolgen. Ausführlichere Gespräche und Diskussionen sollten nach dem Training erfolgen. Für Fortgeschrittene gilt, Anfänger nicht mit ihrem Wissen zuzuschütten, es ist gut sich seiner eigenen Entwicklung gegenwärtig zu sein. Während einer Übungssequenz sollte sich jeder Übungspartner bemühen, insgesamt mindestens 10-12 mal ohne Wortwechsel mit anderen zu praktizieren.
  8. Unklarheiten sollte man zunächst versuchen, durch stumme Beobachtung von anderen Übungspaaren und entsprechende Bewegungsnachahmung zu überwinden. Aktive Korrekturen und Hilfestellungen eines Übenden bei anderen Übungspaaren oder das Ersuchen von Hilfe bei anderen Übenden sind nur dann zu unternehmen, wenn der Lehrer gerade nicht zur Verfügung steht und offensichtlich ohne äußere Hilfe kein effektives Üben möglich ist. Mit einer kurzen Rückfrage sollte man sich vergewissern, ob das Geben von Hilfe erwünscht ist oder derjenige bereit ist Hilfe zu geben. Sobald der Lehrer wieder zur Verfügung steht, sollte dieser in Anspruch genommen werden.
  9. Jeder ist dem anderen Diener und Lehrer zugleich. Das Erlernen von Kampfkünsten basiert vor allem auf partnerschaftlichem Üben. Rücksichtnahme auf die Belange und Wünsche des Übungspartners sollten selbstverständlich sein, solange sie nicht im Widerspruch mit dem zu praktizierenden Thema stehen oder aus anderen schwerwiegenden Gründen nicht annehmbar sind.
  10. Auch eine Waffe ist Diener und Lehrer zugleich. Ein ernsthafter, respektvoller Umgang mit ihr ist notwendig, um Budo zu verstehen und sich durch den Weg (Do) des Erlernens ihrer Handhabung körperlich und geistig zu entwickeln. Beim Umgang mit Waffen sollte man nicht herumalbern oder riskante Techniken ohne Rücksprache mit dem Partner ausführen.
  11. Rechtes Bemühen und Geduld können helfen, Phasen von Müdigkeit und Erschöpfung zu überwinden und unterstützen die Entwicklung von Ausdauer und Gleichmut. Wenn jemand vorübergehend etwas müde oder unkonzentriert ist, so ist dies dem Übungspartner mitzuteilen. Bei starker Erschöpfung sollte eine Pause eingelegt oder das Training vorzeitig beendet werden.
  12. Erholungspausen während des Trainings dienen der kurzfristigen Regeneration und sollten nicht zur Kommunikation genutzt werden. Durch das Sitzen am Mattenrand bleibt man geistig Teilhaber am Training. Hilfestellungen und Korrekturen übender Partner sind während einer solchen Pause nicht erlaubt. Auch das Hilfeersuchen von Übenden an Pausierer sollte vermieden werden. Wer eine längere Pause benötigt (Sitzen auf der Bank oder Hinlegen), bespricht dieses mit dem Lehrer und grüßt kurz zum Shomen ab. Die Wiederaufnahme des Trainings erfolgt nach einer kurzen Meditation und Verbeugung am Mattenrand.
  13. Wer unter dem Einfluss von Rausch- und Aufputschmitteln (Alkohol, Halluzinogene, Amphetamine u.a.) steht oder diese unmittelbar vor oder während des Trainings konsumiert, darf das Dojo und dessen Nebenräume (Umkleideräume, Flur) nicht betreten bzw. hat diese unmittelbar zu verlassen. Der Konsum von koffein-, nikotin- und kakaohaltigen Drogen (Kaffee, Cola, Tee, Schokolade u.ä.) während des Trainings ist untersagt. Auch sollte deren massiver Konsum vor dem Training unterlassen werden. Wer aufgrund medizinischer Indikation auf die Psyche und/oder die Motorik wirkende Medikamente einnimmt, darf nur nach vorheriger Rücksprache mit dem Lehrer am Training teilnehmen.
  14. Den Anordnungen des Lehrers ist Folge zu leisten. Lehrer (Sensei) und fortgeschrittene Schüler (Sempai) sollten sich bemühen, die Dojo-Etikette zu jedem Zeitpunkt vorbildhaft zu praktizieren. Vor, während und nach dem Training achtet der verantwortliche Lehrer auf die Einhaltung der Dojo-Ordnung. Er ist verpflichtet, seine Entscheidungen gewissenhaft abzuwägen.

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