26.06.2009
Meditation und Meditationstechnik
Als “Meditation” werden bestimmte Methoden bezeichnet, die das Bewußtsein und die Wahrnehmung beeinflussen. Es gibt viele verschiedene Meditationstechniken. Eine Meditationstechnik ist häufig in religiöse Riten eingebunden, um den Gläubigen bestimmte Erfahrungen zu ermöglichen. Man muß nicht religiös sein, um zu meditieren. Meditation ist für alle Menschen möglich.
Jedoch ist eine Meditationstechnik nichts weiter als eine Methode, sie ist nicht die Meditation selbst. Meditation kann man nicht “machen”, nicht “einnehmen”, wie ein Medikament. Der Zustand der Meditation kommt spontan, er stellt sich ein.
“Meditation fängt da an, wo die Methode aufhört. Aber irgendeine Methode braucht man, um zur Meditation zu kommen.” [Ayya Khema]
Bewährte Meditationstechniken sind z.B.:
- Anapana-Meditation
- Vipassana-Meditation
- Zen-Meditation
Anapana-Meditation ist eine Achtsamkeitsmeditation des Atems, so, wie er natürlicherweise abläuft. Das Beobachtungsgebiet kann unterschiedlich sein, z.B. die Nasenflügel und der Bereich der Oberlippe, die Bauchdecke oder anderswo. Trainiert wird damit die Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer des Geistes.
Vipassana-Meditation ist eine Achtsamkeitsmeditation von Körperempfindungen, so wie sie auftreten und wieder verschwinden. Nach einem bestimmten Schema beobachtet man so den ganzen Körper. Wichtig ist dabei die Entwicklung des Gleichmutes gegenüber jeglicher Empfindung, sei sie angenehmer oder unangenehmer Natur. Das spontane impulsive Reagieren und damit verbundene Leid z.B. durch Begierde oder Aversion soll dadurch vermindert werden.
Zen-Meditation nutzt die tiefe Bauchatmung und die absolute Bewegungslosigkeit des Körpers, um einen Zustand des “reinen Daseins” [Katsuji Sekida] zu erfahren. Günstige Voraussetzungen dafür sind ein ausdauernder Geist und ein ausreichend entwickelter Gleichmut.
Diese Meditationstechniken sind, neben anderen, im Buddhismus wichtige Bestandteile der Religionspraxis, werden aber auch im Yoga und Taoismus genutzt. Man muß aber kein “Buddhist”, “Hinduist” oder “Taoist” sein, damit die Methoden funktionieren. Das hängt hauptsächlich von der Leistungsfähigkeit und Geduld des eigenen Geistes ab, welche aber durch regelmäßige Praxis entwickelt und verbessert werden.
In unserer Meditationspraxis kann man sich an diesen Techniken orientieren. Was man letztlich für sich praktiziert, ist jedem selbst überlassen.